
Hallo und willkommen bei Overland Experience! Ich bin Alan – und in diesem Beitrag geht’s um ein oft unterschätztes Thema, das im Gelände aber über Grip oder Rutschen entscheidet: den richtigen Reifendruck.
Zusammen mit Max habe ich einen kleinen, aber aufschlussreichen Test gemacht. Wir haben bei verschiedenen Luftdrücken Reifenabdrücke erstellt – und das Ganze mit Bastelfarbe, Papier und einer ordentlichen Portion Forschergeist dokumentiert. Klingt verrückt? War’s auch ein bisschen. Aber vor allem war es richtig lehrreich.
Bevor du dir Dachzelt, Seilwinde oder Schnorchel kaufst – kümmere dich um das Einzige, was ständig Kontakt zum Boden hat: deine Reifen. Wie sich unterschiedliche Untergründe auf Traktion und Fahrverhalten auswirken, zeige ich dir im Beitrag zum Allradfahren auf verschiedenen Untergründen.
Der Reifendruck beeinflusst:
Welche Unterschiede es grundsätzlich zwischen Reifenarten gibt und welcher Typ für dein Setup sinnvoll ist, erfährst du im Beitrag zu AT vs. MT Reifen im Offroad-Einsatz.
Mit Kindermalfarbe haben wir Reifenprofile auf Papier gedrückt – bei 3,0, 2,5, 2,0, 1,5, 1,0 und 0,5 bar. Danach haben wir die Abdrücke grafisch ausgewertet. Unser Ziel: herausfinden, wie sich die Reifenaufstandsfläche bei sinkendem Luftdruck verändert.

Unsere Messungen zeigen: Die Breite der Aufstandsfläche bleibt fast gleich, egal ob 3 oder 1 bar. Was sich massiv verändert, ist die Länge der Reifenaufstandsfläche.
Je weniger Druck, desto länger liegt der Reifen auf dem Untergrund auf – und das bringt entscheidende Vorteile:
Bei 0,5 bar war die Auflagefläche mehr als doppelt so groß wie bei 3 bar.

Wenn du dein Fahrzeug gezielt für solche Belastungen vorbereiten willst, hilft dir der Leitfaden zur richtigen Reihenfolge beim Umbau deines Geländefahrzeugs.
Natürlich hängt der ideale Luftdruck immer von Fahrzeug, Reifen, Zuladung und Gelände ab. Als grobe Orientierung:
Unser Experiment hat eindrucksvoll gezeigt, wie sich der Reifen bei sinkendem Druck verhält. Mehr Länge = mehr Auflagefläche = mehr Grip. Aber: Zu wenig Druck kann gefährlich werden. Deshalb immer mit Bedacht ablassen – und idealerweise mit Reifendruck-Kontrollsystem (TPMS) oder Manometer überwachen.
Am Ende gilt wie immer beim Offroad-Fahren: Du musst es spüren, ausprobieren – und lernen, wie dein Fahrzeug reagiert. Wenn du das Ganze nicht nur theoretisch verstehen, sondern im echten Gelände erleben willst, bekommst du auf unseren geführten Overlanding Touren ein Gefühl dafür, was wirklich funktioniert.
Wir freuen uns immer, wenn unsere Tourenteilnehmer ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit uns teilen – so wie Giselher aus Wiesbaden. Nach dem Video und Blogartikel zum Thema Reifendruck im Gelände hat er sich mit folgender Ergänzung gemeldet:
„Je weicher der Boden – also insbesondere Sand oder Schlamm – desto stärker drücken sich die Reifenflanken bei niedrigem Luftdruck auseinander. Dadurch vergrößert sich die tatsächliche Aufstandsfläche nochmals deutlich. Genau deshalb haben viele AT- und MT-Reifen auch seitliche Gummiblöcke: Sie greifen zusätzlich in weichem Gelände.“ (Warum genau diese Effekte im Gelände so entscheidend sind, erkläre ich dir auch im Beitrag zum Allradfahren auf verschiedenen Untergründen.)
„Allerdings erhöht sich mit dieser größeren seitlichen Auflagefläche auch das Risiko für Reifenschäden – zum Beispiel durch spitze Steine, die in den Flankenbereich eindringen können. Ein Hinweis darauf im Blog wäre vielleicht sinnvoll.“
Danke, Giselher – nicht nur für deine Worte, sondern auch für den Blick ins Detail. Genau solche Hinweise machen Overland Experience aus: gemeinsam lernen, austauschen und besser werden.
Auf unseren Touren bekommst du nicht nur Natur und Abenteuer – sondern auch praktische Technik-Tipps rund ums Allradfahren. Egal ob du Schaltgetriebe, Automatik oder einfach nur gute Reifen fährst: Wir zeigen dir, wie du sicher und souverän durchs Gelände kommst.
Allzeit gute Fahrt – und genug Platz unterm Differential!
Dein Alan








