Wer mit uns unterwegs ist, weiß: Kein Tag im Gelände gleicht dem anderen. Was für den einen eine entspannte Waldpiste ist, kann für den nächsten bereits eine echte Herausforderung sein. Genau deshalb haben wir bei OVEX jetzt ein neues System eingeführt, das helfen soll, die Schwierigkeit von Offroad-Strecken besser einschätzbar zu machen – für dich, für die Gruppe und für die Vorbereitung.
Das Thema ist nicht neu. Schon auf der letzten Slowenien-Tour wurde ich von mehreren Teilnehmern und zuletzt von Sven in Slowenien und in unserer Whatsapp Gruppe darauf angesprochen, wie man Streckenabschnitte verlässlicher bewerten könnte – unabhängig von subjektivem Eindruck oder Gruppenerfahrung. Die Frage war berechtigt. Und ehrlich gesagt: Es war längst überfällig. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen.
Ab sofort teilen wir unsere Strecken und Touren in fünf Schwierigkeitsgrade ein – von SG1 (sehr einfach) bis SG5 (extrem+). Die Einteilung erfolgt nach klaren, nachvollziehbaren Kriterien: Geländeform, Traktion, Wasserdurchfahrten, technische Anforderungen an das Fahrzeug, körperlicher Einsatz, Geländeprofil und mehr.
Die Darstellung ist bewusst reduziert: wenig Text, dafür klare visuelle Marker, einfache Symbole und ein Farbsystem. Das Ziel ist nicht, eine wissenschaftliche Kategorisierung zu schaffen – sondern eine praxisnahe, realistische Orientierungshilfe.
Denn: Was für den einen eine vermeintlich einfache Passage ist, kann für jemand anderen zum Showstopper werden. Unser System schafft Transparenz – nicht, um etwas zu bewerten, sondern um einzuschätzen.
Die neue Skala hilft dir,
Es ist ein Werkzeug. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
Unsere Einordnung basiert immer auf der schwierigsten Stelle einer Strecke, nicht auf dem Gesamtdurchschnitt. Das ist entscheidend. Ein Track mit 20 Kilometern SG1 und einem 300-Meter-Abschnitt SG4 wird als SG4 eingestuft. Einfach, weil diese eine Stelle entscheidend sein kann.
Gleichzeitig hängt sehr viel vom Wetter ab. Trocken und sonnig kann alles wunderbar einfach sein. Ein Regenschauer später sieht die Welt – und die Strecke – ganz anders aus. Auch das ist Teil des Offroad-Fahrens: Flexibilität, Anpassung, Selbsteinschätzung.
Denn in der Realität sind es selten die Fahrzeuge, an denen es scheitert. Meist entscheidet das fahrerische Können, das Gefühl für Material und Linie – oder die Bereitschaft, auch mal einen Schritt zurückzugehen.
Ich erinnere mich gut an eine Tour in Marokko. Mit dabei war Uli von QUQUQ (https://ququq.info/) – ein erfahrener Offroader, der mit seinem Bus souverän auf SG4-Niveau unterwegs war. Und das in einem Fahrzeug, das viele vielleicht nicht direkt in diesem Gelände erwartet hätten. Aber genau das ist der Punkt: Er wusste, was er tat.
Gute Linie, richtige Einschätzung, ruhige Technik – so wird ein Track machbar, den andere vielleicht meiden würden. Das war weder Glück noch Zufall, sondern Fahrkönnen und Gelassenheit.
Das Beispiel zeigt: Die Grenzen werden nicht nur durch Technik gezogen – sondern durch Können, Haltung und Erfahrung.
Bei OVEX geht es nie nur darum, irgendwo durchzukommen. Unsere Touren leben von einem gemeinsamen Verständnis für Verantwortung, Abenteuer und Zusammenarbeit. Wir wollen nicht nur Trails fahren, sondern gemeinsam lernen, was unterwegs wichtig ist. Das neue System unterstützt genau das: eine ehrliche Einschätzung der eigenen Fähigkeiten, eine offene Kommunikation in der Gruppe und eine bessere Vorbereitung für alle.
Die neue Skala ist keine Barriere. Sie ist eine Einladung.
Eine Einladung, bewusster zu fahren, besser zu planen – und im richtigen Moment die passende Entscheidung zu treffen.