Der Einstieg ins Overlanding beginnt fast immer mit derselben Frage: Welches Fahrzeug taugt wirklich?
Der Markt ist voll mit Allrad-SUVs, Pick-ups und vermeintlichen Offroadern – doch nur ein Teil davon bringt echte Geländetechnik, ausreichende Zuladung und Langstreckentauglichkeit mit.
In diesem Artikel stelle ich dir fünf Fahrzeuge vor, die du auf dem deutschen Gebrauchtmarkt für unter 25.000 € bekommst und die sich in der Praxis für Reisen, Ausbau und Offroad-Einsätze bewährt haben.

Der Cherokee XJ ist heute bereits ein Klassiker – und genau das macht ihn für viele Overlander interessant. Er stammt aus einer Zeit, in der Geländewagen noch mechanisch einfach, leicht und ehrlich waren. Trotz selbsttragender Karosserie bietet er dank Starrachsen und echtem Verteilergetriebe erstaunliche Geländefähigkeiten.
In Europa dominieren zwei Motoren: der legendäre 4.0-Liter Reihensechszylinder-Benziner und der 2.5-Liter VM-Diesel. Der 4.0 gilt als extrem langlebig, solange Kühlung und Ölversorgung stimmen. Der VM-Diesel bietet mehr Reichweite, ist aber konstruktiv anspruchsvoller.

Das größte Thema beim XJ ist Rost – insbesondere Schweller, Bodenbleche, Federaufnahmen und Heckpartie. Beim Diesel kommen mögliche Zylinderkopfprobleme hinzu, beim Benziner eher Ölundichtigkeiten und altersbedingte Kühlprobleme.
Die Ersatzteilversorgung ist dank riesiger Jeep-Community sehr gut, insbesondere für Fahrwerk, Antrieb und Offroad-Zubehör. Auf mobile.de liegen die Preise je nach Zustand grob zwischen 7.000 und 25.000 €.
Leicht, kompakt, extrem modifizierbar. Perfekt für alle, die mechanisches Overlanding mögen und bereit sind, Zeit in Rostvorsorge und Technik zu investieren.

Der RAM 1500 der dritten Generation ist das genaue Gegenteil des XJ – groß, schwer und präsent. Für Overlander mit Platzbedarf, Wohnkabine oder Trailer ist er dennoch extrem attraktiv.
Typisch sind der 4.7-Liter V8 und der berühmte 5.7-Liter HEMI V8. Beide liefern souveräne Leistung, der HEMI vor allem Drehmoment und Zugkraft. Die zuschaltbare Untersetzung macht ihn geländetauglicher, als viele erwarten.

Bekannt ist der sogenannte „Hemi Tick“, der meist von Abgaskrümmer-Stehbolzen stammt und weniger dramatisch ist, als er klingt. Wichtiger sind Rahmen- und Unterbodenrost, vor allem bei US-Importen, sowie der Zustand von Automatik und Verteilergetriebe.
Ersatzteile sind gut verfügbar, allerdings oft über Spezialhändler oder Import. Die Preise auf mobile.de bewegen sich meist zwischen 12.000 und 23.000 €.
Ideal für lange Reisen, viel Gepäck oder Trailer. Kein Fahrzeug für enge Trails, aber ein hervorragender Reise-Truck mit Komfort und Reserven.
Der Wrangler JK ist für viele der Inbegriff des Geländewagens. Starrachsen, Leiterrahmen, Untersetzung – hier ist alles auf Offroad ausgelegt. Gleichzeitig ist er alltagstauglicher als frühere Generationen.
In Europa sind der 2.8 CRD Diesel, der 3.8 V6 Benziner und ab 2012 der 3.6 V6 Pentastar relevant. Der Pentastar gilt als der ausgewogenste Motor. Rubicon-Modelle bieten zusätzlich eine 4:1-Untersetzung, Sperren und verstärkte Achsen.

Beim Diesel sind AGR-Systeme, Ansaugverkokung und Kühlung typische Themen. Beim Pentastar ist das Ölfilter-/Ölkühlergehäuse bekannt. Fahrwerksseitig kann bei ausgeschlagenen Komponenten der berühmte Death Wobble auftreten.
Die Ersatzteilversorgung ist exzellent, kaum ein Fahrzeug bietet mehr Zubehör. Preislich startet der JK bei etwa 12.500 €, gute Exemplare liegen häufig nahe der 25.000-€-Grenze.
Maximale Geländefähigkeit, riesige Community, hoher Wiederverkaufswert. Einschränkungen gibt es bei Zuladung, Dichtigkeit und Komfort.
Der Touareg II in der Terrain-Tech-Ausführung ist ein echter Geheimtipp. Während viele ihn nur als SUV sehen, bietet diese Variante Untersetzung, Mitteldifferenzialsperre und Hinterachssperre – echte Offroad-Hardware.
Am verbreitetsten ist der 3.0 V6 TDI, seltener der 4.2 V8 TDI oder Benziner. In Kombination mit Terrain Tech wird der Touareg erstaunlich geländegängig, bleibt aber auf der Autobahn ein komfortabler Langstreckenwagen.

Das Luftfahrwerk kann mit zunehmendem Alter teuer werden. Dieseltypisch sind EGR-, DPF- und SCR-Themen bei viel Kurzstrecke. Bremsen und Reifen sind aufgrund von Gewicht und Leistung kostenintensiv.
Ersatzteile sind sehr gut verfügbar, allerdings auf Premium-Niveau. Auf mobile.de liegen Terrain-Tech-Modelle meist zwischen 15.000 und 25.000 €.
Ideal für alle, die Komfort, Alltag und echtes Gelände verbinden wollen. Perfekt für lange Distanzen mit gelegentlichem anspruchsvollen Offroad-Anteil.
Der Pathfinder R51 wird oft unterschätzt, ist technisch aber ein klassischer Geländewagen mit Leiterrahmen, Untersetzung und viel Platz. Besonders als 7-Sitzer oder Reisefahrzeug interessant.
In Deutschland dominiert der 2.5 dCi Diesel. Er bietet ausreichend Leistung und gute Reichweite. Wichtig ist eine saubere Wartung, insbesondere der Ölwechsel.
Die bekannte Schwäche ist die Steuerkette beim 2.5 dCi. Zudem sollte der Rahmen auf Rost geprüft werden, insbesondere bei Fahrzeugen mit Anhänger- oder Winterbetrieb.

Dank Verwandtschaft zum Navara D40 ist die Ersatzteilversorgung gut und bezahlbar. Preise starten bei etwa 7.500 €, gute Fahrzeuge liegen bis rund 22.000 €.
Viel Platz, solide Technik, fairer Preis. Wer ein gepflegtes Exemplar findet, bekommt extrem viel Overland-Fahrzeug fürs Geld.
Alle fünf Fahrzeuge bringen echte Offroad-Technik mit, unterscheiden sich aber stark im Charakter:

Am Ende entscheidet nicht das Datenblatt, sondern dein Reiseprofil, dein Ausbaukonzept und dein Anspruch an Alltagstauglichkeit.
Welches Fahrzeug fährst du – oder welches steht auf deiner Wunschliste?





