
Ein Stoßdämpfer gehört für mich zu den Teilen am Reisefahrzeug, über die man sich eigentlich möglichst wenig Gedanken machen möchte. Er soll funktionieren, das Fahrzeug kontrollieren und gerade im Gelände genügend Reserven haben.
Bei meinem Defender war genau das irgendwann nicht mehr der Fall.
Mein Fahrzeug bringt voll beladen in kompletter Overlanding-Ausstattung rund 2,7 Tonnen auf die Waage. Dabei habe ich beim Ausbau schon darauf geachtet, das Gewicht einigermaßen im Rahmen zu halten. Trotzdem reden wir am Ende eben nicht mehr über einen leichten Serien-Defender, sondern über ein vollwertiges Reisefahrzeug mit entsprechend hoher Dauerbelastung für Fahrwerk und Stoßdämpfer.
Bislang hatte ich Bilstein B6 verbaut. Grundsätzlich kein schlechter Stoßdämpfer und gegenüber einem alten oder verschlissenen Seriendämpfer sicherlich ein Upgrade. In meinem Fahrzeug hat mir die Dämpfleistung aber irgendwann schlicht nicht mehr ausgereicht.
Besonders deutlich war das an der Hinterachse.
Bei längeren Bodenwellen fing der Defender teilweise regelrecht an zu schaukeln. Nach einer stärkeren Anregung war die Bewegung nicht sofort wieder unter Kontrolle, sondern das Fahrzeug hat deutlich nachgeschwungen. Auf schlechten Straßen war das schon störend, im Gelände wurde es teilweise richtig unangenehm.
Dazu kam, dass das Fahrwerk gerade hinten bei härteren Schlägen relativ schnell an seine Grenzen kam. Bei Bodenwellen, Absätzen oder schneller gefahrenen Passagen fehlte mir zunehmend die Reserve.
Und wenn man die gleichen Strecken regelmäßig fährt, merkt man solche Unterschiede ziemlich schnell.
Das Problem war bei mir allerdings nicht nur theoretischer Natur.
Bei einem meiner Bilstein B6 hatte ich bereits einen Defekt, der mir ziemlich deutlich gezeigt hat, welche Folgen ein Stoßdämpferschaden im Gelände haben kann.
An der oberen hinteren Aufnahme war die Verbindung im Bereich der Kolbenstange bzw. des Befestigungsauges gebrochen. Das allein wäre schon ärgerlich genug gewesen. Die abgerissene Kolbenstange hat anschließend aber noch Bauteile im Bereich des rechten Hinterrades beschädigt – unter anderem den Dieselfilter beziehungsweise Teile in dessen unmittelbarem Umfeld.
Damit wird aus einem kaputten Stoßdämpfer plötzlich ein Schaden, bei dem man im ungünstigsten Fall nicht einfach weiterfahren kann.
Gerade bei einem Reisefahrzeug, das teilweise weit abseits befestigter Straßen unterwegs ist, war das für mich der Punkt, an dem ich gesagt habe: Wenn ich das Thema noch einmal angehe, dann möchte ich etwas wirklich Solides.
So bin ich beim BigCat Stoßdämpfer von OFFROAD-PARTNER gelandet.

Der BigCat wurde von OFFROAD-PARTNER gemeinsam mit KW Suspensions für den klassischen Land Rover Defender entwickelt. Für Fahrzeuge bis 2,4 Tonnen gibt es das D4-Kit, für Fahrzeuge zwischen 2,4 und 3,05 Tonnen das D5-Kit. Für meinen Defender mit rund 2,7 Tonnen Reisegewicht ist entsprechend die D5-Variante vorgesehen.
Technisch unterscheidet sich der Dämpfer schon deutlich von einem einfachen Seriendämpfer:
Das große Ölvolumen soll vor allem eine möglichst konstante Dämpfung und entsprechende thermische Reserven ermöglichen. Der hydraulische Endanschlag sorgt zusätzlich dafür, dass der Dämpfer am Ende seines Arbeitsweges kontrollierter abgefangen wird. OFFROAD-PARTNER bezeichnet das System deshalb durchaus zu Recht als Technik mit deutlichem Rennsport-Einfluss.
Was mir sofort aufgefallen ist: Die BigCat-Dämpfer sehen nicht spektakulär aus.
Keine knallige Motorsportfarbe, keine externen Reservoirs und keine zehn Einstellrädchen. Die Dämpfer sind schlicht grau.
Aber sie wirken massiv.
Und gerade an den Befestigungspunkten sieht man für mich einen entscheidenden Unterschied. Besonders das obere Auge des hinteren Stoßdämpfers macht einen erheblich solideren Eindruck als bei meinem bisherigen Dämpfer. Die Konstruktion ist massiv ausgeführt und sauber verschweißt.
Nach meiner Erfahrung mit dem gebrochenen Bilstein war genau das für mich ein wichtiger Punkt.
Ich will an einem Reisefahrzeug keinen Stoßdämpfer haben, bei dem ich mir irgendwo in Bosnien, Tunesien oder den Westalpen Gedanken darüber machen muss, ob mir die Befestigung irgendwann abreißt.
Der BigCat vermittelt an dieser Stelle einfach deutlich mehr Vertrauen.

Den kompletten Satz habe ich vor unserer Mosel-X-Tour eingebaut.
Ich habe dafür keine Hebebühne verwendet und mit normalem Werkstattwerkzeug ungefähr drei Stunden gebraucht. Wer etwas weniger Routine hat, sollte eher drei bis vier Stunden einplanen.
Grundsätzlich werden die serienmäßigen Befestigungspunkte weiterverwendet. OFFROAD-PARTNER beschreibt das System deshalb auch als Plug-and-play-Lösung.
Bei meinem Defender musste ich hinten allerdings die kleinen serienmäßigen „Töpfchen“ an den Aufnahmen entfernen, damit das große Dämpfergehäuse entsprechend Platz hat. Das ging mit Meißel und Hammer ziemlich problemlos und war kein großer Akt.
An der Vorderachse war die untere Befestigung etwas fummelig. Aber auch das bekommt man ohne Spezialwerkzeug vernünftig hin.
Die benötigten Gummis und Montageteile werden mitgeliefert. Man muss also nicht anfangen, irgendwelche Kleinteile zusammenzusuchen.
Positiv ist außerdem, dass der BigCat mit den Originalfedern gefahren werden kann. Auch Höherlegungen bis 40 Millimeter sind laut Hersteller möglich. Eine zusätzliche Einstellung des Dämpfers ist nicht erforderlich.
Ich hatte mit einer Verbesserung im Gelände gerechnet.
Was mich tatsächlich überrascht hat, war, wie deutlich der Unterschied bereits auf der Straße zu spüren war.
Der Defender liegt erheblich ruhiger.
Bei langen Bodenwellen schwingt das Fahrzeug nicht mehr mehrfach nach. Auch schnelle Lastwechsel fühlen sich kontrollierter an. Gerade bei Autobahntempo merkt man deutlich, dass die Karosseriebewegungen schneller wieder eingefangen werden.
Auch in Kurven ist der Unterschied spürbar.
Ein Defender wird natürlich niemals zu einem Sportwagen. Aber gerade bei einem schweren Reisefahrzeug merkt man, wie stark gute Stoßdämpfer Wanken und Nicken beeinflussen können.
Das Fahrzeug fühlt sich dadurch nicht einfach nur härter an – und genau das finde ich wichtig.
Es fühlt sich kontrollierter an.
Richtig interessant wurde es dann während unserer Mosel-X-Tour.
Viele der dort gefahrenen Strecken kenne ich bereits. Dadurch habe ich einen ziemlich guten Vergleich und weiß, wie sich mein Defender an bestimmten Stellen normalerweise verhält.
Mit dem BigCat konnte ich einige Passagen spürbar komfortabler und teilweise auch schneller fahren.
Vor allem die Hinterachse ist erheblich ruhiger geworden.
Wo der Defender vorher nach einer Bodenwelle noch ein- oder zweimal deutlich nachgeschwungen hat, wird die Bewegung jetzt wesentlich schneller kontrolliert. Gleichzeitig gibt es bei kurzen, harten Schlägen deutlich mehr Reserven.
Das ist für mich der vielleicht größte Unterschied.
Bei langsamen Aufbaubewegungen – also beispielsweise Wanken, Nicken oder langen Wellen – wird das Fahrzeug deutlich besser kontrolliert. Gleichzeitig funktioniert der Dämpfer auch bei schnellen Anregungen durch kurze Bodenwellen, Schlaglöcher oder Kanten ausgesprochen gut.
Er wirkt dabei nicht unnötig hart.
Gerade das hatte ich vorher ein wenig befürchtet. Ein Dämpfer mit mehr Reserven kann schließlich schnell dazu führen, dass das Fahrzeug auf kleineren Unebenheiten unangenehm straff wird.
Genau das passiert beim BigCat aber nicht.
Das Spannende ist, dass ich mir genau diesen Effekt eigentlich schon damals vom Wechsel der Seriendämpfer auf die Bilstein B6 erhofft hatte.
Damals war die Veränderung deutlich kleiner.
Der Defender fuhr vernünftig und die B6 haben grundsätzlich funktioniert. Einen echten Quantensprung beim Fahrverhalten hatte ich damals aber nicht.
Beim Wechsel vom Bilstein B6 auf den BigCat ist der Unterschied für mich dagegen sofort spürbar gewesen.
Und zwar nicht nur in einer bestimmten Situation.
Lange Bodenwellen, kurze Schläge, Kurvenfahrt, Wanken, Nicken, Autobahn, schlechte Landstraße und Gelände – eigentlich überall dort, wo der Stoßdämpfer Karosserie- oder Achsbewegungen kontrollieren muss, fährt das Fahrzeug ruhiger und souveräner.
Ich würde deshalb auch nicht pauschal behaupten, dass ein Bilstein B6 ein schlechter Stoßdämpfer ist.
Für einen seriennahen oder leichteren Defender mag er vollkommen ausreichend sein.
Bei einem Reisefahrzeug jenseits der 2,5 Tonnen, das regelmäßig wirklich im Gelände bewegt wird, würde ich persönlich heute aber deutlich mehr Wert auf die Dämpfer legen.
Nicht zwingend.
Das ist ebenfalls eine Erkenntnis, die ich aus dem Umbau mitnehme.
Federn und Stoßdämpfer erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wenn die Federrate zum Fahrzeuggewicht passt und der Defender nicht permanent hinten durchhängt, muss nicht automatisch die Feder getauscht werden.
Bei mir lag das Problem ganz klar in der mangelnden Kontrolle der Bewegung.
Mit einem besseren Stoßdämpfer lässt sich deshalb bereits sehr viel erreichen, ohne daraus direkt ein komplettes Fahrwerksprojekt zu machen.
Der BigCat ist ausdrücklich auch für die Verwendung mit den Originalfedern vorgesehen.
Nach den ersten Fahrten auf Straße und Gelände ist der BigCat für mich eines der sinnvollsten Fahrwerks-Upgrades, die ich bislang am Defender vorgenommen habe.
Nicht, weil das Auto damit plötzlich spektakulär anders aussieht.
Sondern weil es spürbar besser fährt.
Der Defender schaukelt weniger, federt nach Bodenwellen nicht mehr ständig nach, bleibt in Kurven ruhiger und hat gerade auf schlechten Wegen erheblich mehr Reserven. Gleichzeitig ist das Ansprechverhalten komfortabel geblieben.
Dazu kommt die deutlich massivere Konstruktion, die mir nach meiner negativen Erfahrung mit dem vorherigen Stoßdämpfer einfach mehr Vertrauen gibt.
Für einen leichten Defender, der hauptsächlich Straße fährt, muss man sicherlich überlegen, ob man diesen Aufwand benötigt.
Wer aber einen schweren Defender als echtes Reisefahrzeug nutzt, regelmäßig mit 2,5 Tonnen oder mehr unterwegs ist und das Fahrzeug auch abseits befestigter Straßen bewegt, für den würde ich den BigCat heute definitiv in die engere Auswahl nehmen.
Mein Defender wiegt reisefertig rund 2,7 Tonnen – und gerade bei diesem Gewicht ist der Unterschied zum Bilstein B6 für mich erheblich größer ausgefallen, als ich ursprünglich erwartet hatte.
Für meinen Einsatzzweck ist der BigCat jeden Euro wert.
Weitere technische Informationen zum BigCat gibt es direkt bei OFFROAD-PARTNER.












